Ihr Instrument auf Reisen: - SINFONIMA - Mehr als nur eine Instrumentenversicherung

Wie transportieren Sie Ihr Instrument richtig.

Musikinstrumente sind häufig sehr wertvoll oder haben noch dazu einen emotionalen Wert. Da ist besondere Vorsicht beim Transport geboten. Das Versenden oder die Mitnahme von Instrumenten beinhaltet besondere Anforderungen an die Verpackung bzw. Aufbewahrung des Instruments. Neben einem Sturzschaden ist auch zu beachten, dass das Instrument so zur transportieren ist, keinen hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Alleine die Vorstellung, dass ein Musikinstrument stundenlang in einem überhitzen Auto transportiert wird oder auf einem Flug im Gepäckraum niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist, löst sicherlich bei Instrumentenbesitzern eine Horrorvorstellung aus.

Ich möchte hier zu folgenden Themen rund um den Transport von Musikinstrumenten Tipps geben.

  1. Versendung auf dem Postweg
  2. Flugreise
  3. alltägliche Transporte

 

Versendung Ihres Instruments

Der übliche Instrumenten-Koffer ist als Versand-Verpackung nicht ausreichend. Um den sicheren Transport des Musikinstruments zu gewährleisten, empfehlen ich Polstermaterial, Kartonage und Packband zu verwenden. Richtiges Verpacken ist beim Paketversand besonders wichtig: Pakete und somit Ihr Instrument müssen einen Sturz aus 80 cm Fallhöhe schadlos überstehen können.

Zusätzlich empfehle ich bei der Versendung von Musikinstrumenten das Instrument zusätzlich in einem Case, einer Hülle oder einen Etui zu versenden, da dies selbst auch noch einmal einen guten Schutz bietet.

 

Ihr Instrument bei einer Flugreise

Vor einigen Jahren flog die US-amerikanische Gesellschaft United Airlines durch unerwartete Turbulenzen – im Internet. United hatte den Folkmusiker David Carroll und dessen Gitarre ruppig behandelt: Das Instrument wurde im Frachtraum gelagert, und ging dann in Chicago zu Bruch. Der Schaden wurde von der Fluglinie nicht anerkannt. Das führte dazu, dass Caroll ein Musikvideo dem Titel United Breaks Guitars bei YouTube ins Netz stellte.

Der Shitstorm, der nun über United Airlines hereinbrach ist sicherlich nachzuvollziehen und das Video wurde zwischenzeitlich über 16.000.000 mal geklickt. Das ganze Video findet Ihr hier:

Leider gibt es keine einheitlichen internationalen Richtlinien beim Instrumententransport. In Abhängigkeit von Fluglinien und Größe des Instruments, gibt es die unterschiedlichsten Regelungen. Man findet folgendes vor:

  • mal dürfen sie ins Gepäckfach über dem Sitz in der Kabine
  • mal muss für sie ein eigener Sitz gebucht werden
  • mal dürfen sie nur als Frachtgepäck transportiert werden.

Oftmals werden die Instrumente dabei beschädigt. Aus meiner Schadensregulierungspraxis kann ich sagen, dass nicht nur Schadensfalle häufig vorkommen, sondern, dass die Regulierung häufig sehr langwierig und nicht in voller Höhe es Instrumentenwertes erfolgt. Generell melden Sie bitte einen Instrumentenschaden an die Instrumentenversicherung. Dies „schlägt“ sich dann für Sie mit der Fluggesellschaft rum.

Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar hilfreiche Tipps zum Transport Ihres Instruments auf Flugreisen geben, damit Sie kurz vor der Reise keine „bösen“ Überraschungen erleben.

 

8 Tipps für den Transport Ihres Musikinstruments im Flugzeug

Frühzeitige Organisation ist alles! Organisieren Sie den Transport Ihres Instruments frühzeitig, damit die Airline rechtzeitig auf das gesondert zu behandelnde bzw. wertvolle Gepäck reagieren kann.

Klein und fein: ins Handgepäck! Kleine Instrumente können ins Handgepäckfach gelegt werden und sind somit immer unter Ihrer persönlichen Aufsicht und im klimatisierten Bereich des Flugzeugs. Unbedingt dabei die Handgepäckmasse beachten. Am besten lassen Sie sich von der Airline eine schriftliche Erlaubnis oder Bestätigung ausstellen, dass Sie Ihr Instrument als Handgepäck mitführen dürfen. Vergessen Sie die schriftliche Bestätigung bei der Reise nicht. Denn sowohl beim Sicherheitscheck als auch beim „boarding“, können sonst Fragen bzw. Verzögerungen auftreten.

Normale Instrumentenetuis -insbesondere Cellokästen- , eigenen sich nicht für den Transport im Frachtraum. Neben den extremen klimatischen Bedingungen, ist der robuste Umgang mit dem Gepäck am Flughafen problematisch für die empfindlichen Instrumente und birgt große Risiken.

Groß und gewichtig: eigenen Sitzplatz buchen! Für Celli und größere Instrumente, die nicht mehr zum Handgepäck zählen, kann ein eigener Sitzplatz gebucht werden, auf dem das Instrument untergebracht wird. Auch hier teilen Sie der Airline am besten vorab mit, um welches Instrument es sich handelt und wie es verpackt ist.

Von verschiedenen Airlines wird empfohlen, für Sie und das Instrument Sitzplätze im hinteren Bereich der Maschine zu buchen, da das „boarding“ für diese Plätze oftmals direkt nach der 1. Klasse erfolgt und somit mehr Zeit zum „Platzbelegen“ mit Instrument bleibt. Für den zusätzlichen Sitzplatz wird entweder ein Handgepäckzuschlag erhoben oder Sie zahlen einen etwas günstigeren Preis, wenn das Flugzeug nicht ausgebucht ist. Fragen Sie auf jeden Fall bei der Airline nach Sonderkonditionen!

Wertvolle Fracht: „Artwork“ Kann Ihr Instrument nicht von Ihnen in der Kabine mitgeführt werden, so besteht oftmals die Möglichkeit, dieses bei der Airline als „Artwork“ aufzugeben. Bei der Aufgabe als „Artwork“ wird das Instrument im speziell hierfür abgetrennten, klimatisierten

  • Frachtraum-Bereich des Flugzeugs untergebracht.
  • Als „Artwork“ wird Ihr Instrument mit Sorgfalt behandelt und reist praktisch diebstahlsicher.
  • Das als „Artwork“ aufgegebene Instrument liefern Sie am Flughafen in einem besonderen Annahmeraum ab. Von hier aus gelangt es auf sicherem Weg ins Flugzeug und wird in einem eigens dafür vorgesehenen Raum oder Behälter verwahrt.

Natürlich müssen Sie hierfür mit extra Kosten rechnen, die von Airline zu Airline unterschiedlich sein können. Bietet Ihre Airline keine der o.g. Transportmöglichkeiten an oder schlägt Ihnen Alternativen vor, achten Sie bitte auf folgende Punkte:

  • bleiben Sie solange wie möglich, in der Nähe Ihres Instruments
  • stellen Sie sicher, dass Ihr Instrument im klimatisierten Bereich des Flugzeugs aufbewahrt wird
  • versuchen Sie zu erreichen, dass Ihr Instrument einzeln transportiert wird und nicht zusammen mit dem „normalen“ Gepäck (Förderbänder etc.)

Nur das Nötigste mitnehmen. Packen Sie nur das Nötigste in den Instrumentenkoffer, so dass er nicht zu schwer wird. Bei der Sicherheitskontrolle sind Sie dann schneller!

Frühzeitig einchecken. Wichtig! Bringen Sie etwas Geduld mit und geben Sie dem Bodenpersonal genügend Zeit, Ihr Handgepäck und das Instrument zu prüfen.

Aktuelle Airline-Bestimmungen beachten. Preise und Bestimmungen können sich kurzfristig ändern. Informieren Sie sich über den aktuellsten Stand bei Ihrer Airline am besten persönlich oder telefonisch. Lassen Sie sich die nötigen Reiseinformationen postalisch zusenden. Erste Informationen finden Sie im Internet.

............und ganz wichtig:

Kontrollieren Sie das Instrument direkt nach einem Flug auf Beschädigungen und melden Sie diese noch am Flughafen mit den von den Fluggesellschaften vorgehaltenen Schadenformularen an. Dokumentieren Sie die Beschädigungen mit Fotos.

 

Flugreisen mit Bögen und Instrumenten aus bestimmten Materialien.

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen und Hölzern (kurz CITES) kann einen Musiker betreffen. Die bei der Herstellung von Instrumenten oder Bögen verwendeten Materialien wie zum Beispiel Elfenbein, Rio-Palisander, Fernambukholz, Madagaskar-Ebenholz oder Schildpatt, können zu den geschützten Materialien gehören.

Beispiel Rio-Palisander: Die Holzart Rio-Palisander wurde 1992 in die höchste Schutzstufe des international geltenden Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen. Gitarren, Flöten, Geigenbögen und andere Instrumente bzw. deren Bestandteile könnten aus diesem Palisanderholz sein.

Im grenzüberschreitenden Verkehr in der EU muss für das Musikinstrument eine entsprechende CITES-Genehmigung vorgelegt werden. Diese wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn ausgestellt. Dieser „Ausweis“ ist bei Transporten der Instrumente mitzuführen. Hier finden Sie hierzu nähere Infos: https://www.bfn.de/0305_musikinstrument-bescheinig.html

ACHTUNG: Ab 2017 gilt die Neuregelung im Artenschutzabkommen für Palisanderholz (Quelle:http://www.gitarrebass.de/) Laut Merkblatt der Branchenverbände SOMM, GDM und BDMH gilt:

“Bei der Reise in ein Nicht-EU Land ist die Mitnahme von Musikinstrumenten, die betroffene Hölzer beinhalten, ohne Vorlage von Dokumenten gestattet, sofern das Gewicht der von CITES II betroffenen Hölzer in allen Musikinstrumenten zusammen weniger als 10 kg beträgt. Das Gewicht von Transportbehältnissen und Zubehör wird nicht mit eingerechnet.  Diese Regelung gilt nur für die persönliche Mitnahme aus nicht kommerziellen Gründen.”

 

Der alltägliche Instrumententransport

Bei ihren alltäglichen Transportwegen schützen Sie Ihr Instrument sicherlich mit entsprechenden Etuis, Hüllen oder Kästen vor einem eventuellen Sturzschaden.

Falls das Instrument auf dem Rücken getragen wird, sollte – im Besonderen bei Celli oder Kontrabässen – darauf geachtet werden, dass das Instrument die eigene Körpergröße um einiges überragen kann. Eine Tatsache, die bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln unbedingt beachtet werden sollte!
Generell sind regelmäßig die Tragegurte sowie Griffe auf ihren Zustand hin zu überprüfen. Ein häufiger Fall in meiner Schadenspraxis ist nämlich das Herunterfallen des Etuis durch versagen der Haltemechaniken.

Besonderheiten bei Transporten im Auto

Beachten sie aber bitte auch, dass es insbesondere bei Transporten im Auto – und einer eventuellen längeren Transportpause im Sommer oder Winter – zu starken Temperaturschwankungen kommen kann. Nicht nur ein aus Holz bestehenden Streichinstrument reagiert darauf nicht sonderlich gut. Auch Blasinstrumente, hier insbesondere die Polster, werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen.

Hier ein Zitat der Klangwerkstatt: http://www.klangwerkstatt.de/faq/musikinstrumente-im-auto-lassen.html

„Vor allem bei sommerlichen Temperaturen können wir gar nicht oft genug davor warnen, Musikinstrumente auch nur für 15 Minuten im stehenden Auto liegen zu lassen……Je wärmer ein hölzernes Musikinstrument wird, desto mehr verdampft im Holz gespeicherte Feuchtigkeit. Das Holz trocknet aus, zieht sich dabei zusammen und Risse können entstehen. Gleichzeitig sorgen hohe Temperaturen dafür, dass der Leim weich wird und hoch belastete Leimflächen aufgehen.

Es gilt daher immer: Musikinstrumente niemals im Auto lassen!!! Nicht nur Hochsommer, sondern grundsätzlich!!!“