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Ihr Instrument auf Reisen: Alle Tipps zum Transport ihres Instruments!

Wie transportieren Sie Ihr Instrument richtig.

Musikinstrumente sind wertvoll und haben einen emotionalen Wert. Besondere Vorsicht ist beim Transport geboten. Der Versand oder die Mitnahme von Instrumenten hat besondere Anforderungen. Neben dem Schutz vor einem Sturz des Instruments, ist das Instrument so zur transportieren, dass es keinen hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Alleine die Vorstellung, dass ein Musikinstrument im überhitzen Auto transportiert oder im Frachtraum eines Flugzeugs niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist, ist für Instrumentenbesitzern eine Horrorvorstellung.

Ich gebe Tipps rund um den Transport von Musikinstrumenten.

  1. Versendung auf dem Postweg.
  2. Flugreise
  3. alltägliche Transporte.

 

Versendung Ihres Instruments.

Der übliches Instrumentenetui ist beim versand des Instruments nicht ausreichend. Um den sicheren Versand zu gewährleisten, empfehlen ich Polstermaterial, Kartonage und Packband zu verwenden. Richtiges Verpacken ist wichtig. Das Paket und somit Ihr Instrument müssen einen Sturz aus 80 Zentimeter Fallhöhe schadlos überstehen.

Ich empfehle beim Versand von Musikinstrumenten dieses in einem stabilen Koffer zu verstauen. Dies bietet noch einmal einen guten, zusätzlichen Schutz.

 

Ihr Instrument bei einer Flugreise

Vor einigen Jahren flog die US-amerikanische Gesellschaft United Airlines durch unerwartete Turbulenzen im Internet. United hatte die Gitarre des  Folkmusiker David Carroll beim Verladen ruppig behandelt. Das Instrument wurde im Frachtraum gelagert, und ging dabei zu Bruch. Der Schaden wurde von der Fluglinie nicht anerkannt. Das führte dazu, dass Caroll ein Musikvideo dem Titel United Breaks Guitars bei YouTube ins Netz stellte.

Der Shitstorm, der über United Airlines hereinbrach, ist nachzuvollziehbar. Das Video wurde über 18.400.000 mal geklickt.

Eine Flugreise mit dem Instrument ist ein besonderes Risikos. Zudem gibt es keine einheitlichen, internationalen Richtlinien beim Instrumententransport im Flugzueg. Von Fluglinie zu Fluglinie und Größe des Instruments unterschiedlich, gibt es andere Richtlinien. Hier die Möglichkeiten, die es gibt.

  • Entweder dürfen Sie Ihr Musikinstrument ins Gepäckfach über dem Sitz in der Kabine verstauen.
  • Sie müssen einen eigener Sitz für Ihr Instrumt buchen oder
  • Sie dürfen es nur als Frachtgepäck transportiert.

Aus meiner Praxis bei Schäden auf Flugreisen ist die Regulierung langwierig und erfolgt oft nicht in voller Höhe es Instrumentenwertes. Melden Sie einen Schaden an die Instrumentenversicherung. Dies „schlägt“ sich dann für Sie mit der Fluggesellschaft rum.

Im Folgenden gebe ich Ihnen ein paar hilfreiche Tipps zum Transport Ihres Instruments auf Flugreisen.

 

Tipps für den Transport Ihres Musikinstruments im Flugzeug

Frühzeitige Organisation ist alles! Organisieren Sie den Transport Ihres Instruments frühzeitig, damit die Airline auf das gesondert zu behandelnde, wertvolle Gepäck reagieren kann.

Klein und fein: ins Handgepäck! Kleine Instrumente können ins Handgepäckfach gelegt werden und sind somit immer unter Ihrer persönlichen Aufsicht und im klimatisierten Bereich des Flugzeugs. Unbedingt dabei die Handgepäckmasse beachten. Am besten lassen Sie sich von der Airline im Vorfeld der Reise eine schriftliche Erlaubnis ausstellen, dass Sie Ihr Instrument als Handgepäck mitführen dürfen. Vergessen Sie diese Erlaubnis bei Reiseantritt nicht, damit beim Sicherheitscheck und beim „Boarding“ keine Fragen und Verzögerungen auftreten.

Normale Instrumentenetuis eigenen sich nicht für den Transport im Frachtraum. Neben den extremen klimatischen Gegebenheiten im Frachtraum, ist der robuste Umgang mit dem Gepäck am Flughafen problematisch.

Groß und gewichtig: eigenen Sitzplatz buchen! Für größere Instrumente, die nicht mehr zum Handgepäck zählen, kann ein zusätzlicher Sitzplatz gebucht werden. Auch hier teilen Sie der Airline am besten vorab mit, um welches Instrument es sich handelt und wie es verpackt ist.

Von verschiedenen Airlines wird empfohlen Sitzplätze im hinteren Bereich der Maschine buchen. Das „Boarding“ für diese Plätze erfolgt oft direkt nach der ersten Klasse. So haben Sie mehr Zeit zum Verstauen Ihres Instruments. Für einen zusätzlichen Sitzplatz, wird entweder ein Handgepäckzuschlag erhoben oder Sie zahlen einen günstigeren Preis, wenn das Flugzeug nicht ausgebucht ist. Fragen Sie auf jeden Fall bei der Airline nach Sonderkonditionen!

Wertvolle Fracht: „Artwork“. Kann Ihr Instrument nicht  in der Kabine mitgeführt werden, so besteht die Möglichkeit, dieses bei der Airline als „Artwork“ aufzugeben. Bei der Aufgabe als „Artwork“ wird das Instrument im speziell hierfür abgetrennten, klimatisierten

  • Frachtraum-Bereich des Flugzeugs untergebracht.
  • Als „Artwork“ wird Ihr Instrument mit Sorgfalt behandelt und reist praktisch diebstahlsicher.
  • Das als „Artwork“ aufgegebene Instrument liefern Sie am Flughafen in einem besonderen Annahmeraum ab. Von hier aus gelangt es auf sicherem Weg ins Flugzeug und wird in einem eigens dafür vorgesehenen Raum oder Behälter verwahrt.

Natürlich müssen Sie hierfür mit extra Kosten rechnen, die von Airline zu Airline unterschiedlich sein können. Bietet Ihre Airline keine der oben genannte Transportmöglichkeiten an oder schlägt Ihnen Alternativen vor, achten Sie bitte auf folgende Punkte:

  • Bleiben Sie solange wie möglich, in der Nähe Ihres Instruments.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Instrument im klimatisierten Bereich des Flugzeugs aufbewahrt wird.
  • Versuchen Sie zu erreichen, dass Ihr Instrument einzeln transportiert wird und nicht zusammen mit dem „normalen“ Gepäck (Förderbänder).

Nur das Nötigste mitnehmen. Packen Sie nur das Nötigste in den Instrumentenkoffer, so dass er nicht zu schwer wird. Bei der Sicherheitskontrolle sind Sie dann schneller!

Frühzeitig einchecken. Bringen Sie etwas Geduld mit und geben Sie dem Bodenpersonal genügend Zeit, Ihr Handgepäck und das Instrument zu prüfen.

Aktuelle Airline-Bestimmungen beachten. Preise und Regeln können sich kurzfristig ändern. Informieren Sie sich über den aktuellsten Stand bei Ihrer Airline am besten persönlich oder telefonisch. Lassen Sie sich die nötigen Reiseinformationen postalisch zusenden. Erste Informationen finden Sie im Internet.

............und ganz wichtig:

  • Kontrollieren Sie das Instrument direkt nach einem Flug auf Schäden.
  • Melden Sie diese noch am Flughafen mit den von den Fluggesellschaften vorgehaltenen Schadenformularen an.
  • Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos.
  • Sorgen Sie noch am Gepäckband dafür, dass Sie Zeugen haben, das Ihr Instrument beschädigt angekommen ist.

 

Flugreisen mit Bögen und Instrumenten aus bestimmten Materialien.

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten, frei lebender Tiere, Pflanzen und Hölzern (kurz CITES) kann einen Musiker betreffen. Die beim herstellen von Instrumenten oder Bögen verwendeten Materialien können zu den geschützten Materialien gehören. Hierunter fallen: Elfenbein, Rio-Palisander, Fernambukholz, Madagaskar-Ebenholz oder Schildpatt.

Beispiel Rio-Palisander: Die Holzart Rio-Palisander wurde 1992 in die höchste Schutzstufe des international geltenden Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen. Gitarren, Flöten, Geigenbögen und andere Instrumente und deren Bestandteile könnten aus diesem Palisanderholz sein.

Im grenzüberschreitenden Verkehr in der EU muss für das Musikinstrument eine entsprechende CITES-Genehmigung vorgelegt werden. Diese wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn ausgestellt. Dieser „Ausweis“ ist bei Transporten der Instrumente mitzuführen. Hier finden Sie hierzu nähere Infos: https://www.bfn.de/themen/cites/arteninfos/genehmigungen-fuer-musikinstrumente-im-rahmen-von-konzertreisen.html.

ACHTUNG: Ab 2017 gilt die Neuregelung im Artenschutzabkommen für Palisanderholz. (Quelle:http://www.gitarrebass.de/)

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Der alltägliche Instrumententransport.

Bei ihren alltäglichen Transportwegen schützen Sie Ihr Instrument mit entsprechenden Etuis, Hüllen oder Kästen vor einem eventuellen Schaden.

Falls Sie das Instrument auf dem Rücken tragen, sollten Sie darauf achteen, dass das Instrument die eigene Körpergröße um  überragt. Dies ist insbesondere bei Cello und Kontrabässen der Fall. Eine Tatsache, die bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln unbedingt beachtet werden sollte!
Generell sind regelmäßig die Tragegurte sowie Griffe auf ihren Zustand hin zu überprüfen. Ein häufiger Fall in meiner Schadenspraxis ist nämlich das Herunterfallen des Etuis durch versagen der Haltemechaniken.

Besonderheiten bei Transporten im Auto.

Beachten Sie, dass es bei Transporten im Auto – und einer längeren Transportpause im Sommer oder Winter – zu starken Temperaturschwankungen im Fahrzeuginneren kommen kann. Nicht nur ein aus Holz bestehenden Streichinstrument reagiert darauf nicht sonderlich gut. Auch Blasinstrumente, hier insbesondere die Polster, werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen.

Hier ein Zitat der Klangwerkstatt: http://www.klangwerkstatt.de/faq/musikinstrumente-im-auto-lassen.html als Link dazu.

„Vor allem bei sommerlichen Temperaturen können wir nur davor warnen, Musikinstrumente im stehenden Auto liegen zu lassen. Je wärmer ein hölzernes Musikinstrument wird, desto mehr verdampft im Holz gespeicherte Feuchtigkeit. Das Holz trocknet aus, zieht sich dabei zusammen und Risse können entstehen. Gleichzeitig sorgen hohe Temperaturen dafür, dass der Leim weich wird und hoch belastete Leimflächen aufgehen.

Tipp: Musikinstrumente niemals im Auto lagern!!! Nicht nur im Hochsommer, sondern grundsätzlich!!!“